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Eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist nur was für Männer? Nicht mit Christina Linge!

Über eine junge Frau, die genau weiß was sie will und ihre Leidenschaft zum LKW fahren bei der Raiffeisen Waren GmbH nun zum Beruf macht.

Die Schule ist vorbei, der Abschluss ist gemacht. Und nun? Nun soll man entscheiden, was man einmal beruflich machen möchte. Man soll ohne viele Vorkenntnisse über die Arbeitswelt und deren Vielfältigkeit festlegen, welche Tätigkeit einen über viele Jahre begleiten soll. Das ist sicher eine der schwersten Entscheidungen im Leben. Woher soll man schließlich wissen, welcher Job am Besten zu einem selbst passt? Und das auch noch, bei der großen Auswahl an Berufen und Karrieremöglichkeiten?

Berufswahl? Kein Problem für Christina Linge

Dieses Problem kennen sicher viele Jugendliche. Nicht aber Christina Linge. Für sie waren diese Fragestellungen nie wirklich Thema, denn sie weiß schon lange, was sie einmal werden möchte. Christina ist 19 Jahre alt und hat kürzlich an unserer Baustoff-Niederlassung in Kassel ihre Ausbildung zur Berufskraftfahrerin begonnen. Damit ist sie die erste Frau, die beim Unternehmen die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin begonnen hat. „Und diesen Beruf habe ich aus voller Überzeugung für mich gewählt. Ich bin schon viel im LKW unterwegs gewesen. Ein Freund meines Vaters ist auch Berufskraftfahrer. An Wochenenden und in den Ferien durfte ich immer mal wieder mit ihm fahren. Diese Zeit hat mir klar gemacht, dass es genau das ist, was auch ich machen möchte. Diese großen Maschinen lösen in mir Faszination aus und es begeistert mich einfach, was ein Mensch damit alles bewegen kann", schwärmt Christina.

Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen ist gefragt

Eine mutige Entscheidung diesen Beruf zu wählen, schließlich steht sie hier als Frau ziemlich allein auf weiter Flur. Ihre Kollegen sind alle männlich, auch in der Berufsschule ist sie die einzige Frau unter 19 Auszubildenden. Für Christina aber kein Problem. Sehr selbstbewusst tritt die junge Frau diesem Umstand entgegen. „Ich benötige als Frau ein großes Durchsetzungsvermögen, um bestehen zu können. Und an vielen Stellen muss ich mich noch mehr beweisen wie jeder Mann, um ernst genommen zu werden. Vorurteile gehören zur Tagesordnung. Dass ich als Frau das eh nicht hinbekomme, höre ich regelmäßig. Aber das zieht mich nicht runter, ganz im Gegenteil. Es macht für mich einen gewissen Reiz aus, zu beweisen, dass ich als Frau das erst Recht kann. Wir brauchen uns nicht vor den zu Männern verstecken. Und selbst wenn ich doch einmal für etwas zu klein bin oder es zu schwer ist, ich weiß mir schon zu helfen", sagt Christina mit einem Augenzwinkern.

Ausbilder Andreas Schönhardt setzt sich für die junge Frau ein

An der Tatsache, dass Christina diesen Ausbildungsplatz erhalten hat, ist auch ihr jetziger Ausbilder Andreas Schönhardt nicht ganz „unschuldig". Er entdeckte einen Aufruf von Christina auf sozialen Medien, den sie geschaltet hatte, um doch noch irgendwie einen Ausbildungsplatz in ihrem Traumberuf zu finden. Schönhardt erkannte das Potenzial der jungen Frau und setzte sich für sie ein. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nun unter der Leitung von Herr Schönhardt die Ausbildung machen darf. Er ist nicht nur ein sehr fürsorglicher Ausbilder, man spürt auch, dass er seinen Job lebt und liebt. Das sorgt für ein tolles Arbeitsklima und ich möchte fast schon sagen, dass er ein gewisses Vorbild für mich ist.", erzählt Christina.

Der Ton ist rau – aber ehrlich und freundlich

Aber nicht nur mit Herr Schönhardt stimmt das Arbeitsklima. Christina berichtet ebenso von einer sehr angenehmen Zusammenarbeit mit allen anderen Kollegen. Auch wenn der Ton zwischen den LKW-Fahrern einmal rauer werden kann, so fühlt sich Christina doch immer unterstützt. „Man ist hier untereinander ehrlich und das schätze ich sehr. Man kann gerade heraus sagen, wenn einem etwas nicht passt, ohne dass man es sich gegenseitig übel nimmt".

Man muss doch nur fahren können? Von wegen!

Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin, bei guten Leistungen besteht die Möglichkeit der Verkürzung. Eine Ausbildungszeit, in der Christina viel lernen muss. „Der Beruf ist wesentlich komplexer, als es ihm nachgesagt wird. Es reicht nicht, sich einfach hinters Steuer zu setzen, da gehört schon wesentlich mehr dazu", erklärt Christina. Zunächst werden in der Ausbildung vom Unternehmen aus der LKW-Führerschein, der Kranschein, der Staplerschein und eine ADR-Schulung (Gefahrgutschulung) gemacht. In der Schule werden den Auszubildenden außerdem theoretische Kenntnisse beispielsweise über die richtige Kommunikation mit Kunden, über ihre Rechte und Pflichten als Berufskraftfahrer und auch Business-English, speziell auf diesen Beruf zugeschnitten, übermittelt. Darüber hinaus muss ein guter Berufskraftfahrer über Produktkenntnisse von den zu transportierenden Gütern, Fahrzeugkenntnisse, ein Händchen im Kundenumgang, Gefahrgutkenntnisse, Ladungssicherheitswissen, einen guten Orientierungssinn, Verantwortungsbewusstsein und Selbstsicherheit verfügen. Das alles sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich Christina in der Ausbildungszeit aneignen wird. „In der Schule habe ich schon mitbekommen, dass einige meiner Mitschüler in den ersten Monaten ihrer Ausbildung nur den LKW waschen dürfen. Ich bin sehr froh darüber, dass das hier nicht so ist. Ich durfte gleich von Anfang an bei allem mit dabei sein und selbstständig mit anpacken. Das ist ein tolles Gefühl und so lernt es sich am besten", freut sich Christina.

Christina hat sich aus Leidenschaft für diesen Beruf entschieden und im Gespräch mit ihr ist ihre Freude an dem was sie tut deutlich zu spüren. „Ich freue mich auf das, was mich hier noch alles erwartet und was ich noch alles lernen werde. Wenn die Ausbildung so weiter geht, wie sie begonnen hat, dann bin ich auf jeden Fall glücklich", resümiert die junge Frau.