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Bilanz 2015: Raiffeisen Waren GmbH behauptet sich im schwierigen Marktumfeld

Die Geschäftsführung ist angesichts der schwierigen Situation insbesondere der Agrarmärkte zufrieden mit der Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr – und sieht den Konzern gut für die kommenden Jahre aufgestellt.

Kassel. Die Raiffeisen Waren GmbH hat im Geschäftsjahr 2015 Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Am Ende des schwierigen Jahres für den Agrarsektor ging der Gesamtumsatz des Unternehmens mit Sitz in Kassel von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Die Raiffeisen Waren GmbH erreichte 2015 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 11,1 Millionen Euro (2014: 12,1 Millionen Euro). Im gleichen Zeitraum erwirtschaftete der Konzern einen Bilanzgewinn von fast fünf Millionen Euro (2014: 4,4 Millionen Euro).

„Nach den kräftigen Wachstumsschritten der Jahre 2010 bis 2014 hatten wir uns für das Jahr 2015 eine Konsolidierung vorgenommen“, erklärt Reinhard Stieglitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Waren GmbH. Dieses sei im vergangenen Jahr auch gelungen, so dass sich der Konzern wieder „in bekannter, einheitlicher Struktur wie aus einem Guss“ präsentieren kann. 

Die Raiffeisen Waren GmbH hat sich den herausfordernden Marktbedingungen im vergangen Geschäftsjahr gestellt. „Unsere ehrgeizigen Ziele haben wir mit Blick auf die Rahmenbedingungen dabei nicht ganz erreichen können“, sagt Geschäftsführer Markus Braun und betont, dass „das vergangene Jahr auch dazu genutzt wurde, die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Beispielsweise wurden zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen an den Standorten umgesetzt, erste multimediale Verkaufskanäle erschlossen und die Qualifizierungsangebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen herausragenden Service intensiviert. 

Beim Kasseler Konzern geht der Blick der Geschäftsführung weit in die Zukunft. „Das Jahr 2016 wird sicherlich nicht viel ruhiger oder leichter werden, als das vergangene Geschäftsjahr“, so Jörn Pistorius, Geschäftsführer der Raiffeisen Waren GmbH. Daher gehe es darum, sich mit Innovationen, Mut und überlegter kaufmännischer Sicht auf die langfrsitge Zukunft einzustellen – auch auf die immer präsenter werdende Digitalisierung der Branche. „Dabei muss das Ziel sein, wieder deutliche Ergebnissteigerungen zu erreichen“, so die drei Geschäftsführer unisono.  

Die Sparte Agrar hatte besonders mit den stark volatilen Märkten, anhaltenden Trockenperioden im Arbeitsgebiet und niedrigen Erzeugerpreisen zu kämpfen. So führte beispielsweise der Einbruch der Milch- und Fleischpreise zur erhöhten Zurückhaltung beim Futtermitteleinkauf seitens der Kunden. Insgesamt erzielte das Agrar-Segment einen Umsatz von 340 Millionen Euro (2014: 370 Millionen Euro) und blieb damit hinter den ehrgeizigen Zielen zurück. Positiv hatten sich im vergangenen Geschäftsjahr dabei die 2014 getätigten Investitionen in ein neues Kraftfutterwerk in Hamm und in eine moderne Saatgutaufbereitungsanlage am Agrarstandort Großengottern ausgewirkt. Beide Standorte haben ihr Produktions- und Aufbereitungssoll mehr als erfüllt, laufen technisch perfekt und im Plan. 

Die Sparte Technik ist ebenfalls direkt oder indirekt von nahezu sämtlichen Faktoren der Landwirtschaft betroffen. Dadurch reduzierte sich die Investitionsbereitschaft in die Anschaffung neuer Maschinen deutlich. Als Folge stieg die Nachfrage nach Ersatzteilen und Reparaturen. Insgesamt belief sich der Umsatz 2015 auf 243 Millionen Euro (2014: 265 Millionen Euro). Positiv aus Sicht der Geschäftsführung stellt sich der fast erreichte Abschluss des umfangreichen Modernisierungs- und Sanierungsprogramms der Werkstätten in Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein dar. Damit sind die Werkstätten für die Strukturanforderungen des kommenden Jahrzehnts gut gerüstet. 

Auch Vieh als dritte Sparte des Agribusiness‘ ist von den Strukturveränderungen mit betriebsbedingten Aufgaben der Viehhaltung betroffen. Entsprechend ging der Umsatz auf 21 Millionen Euro (2014: 26 Millionen Euro) zurück. 

Ihren Erfolgspfad nahtlos fortgesetzt hat die Sparte Baustoffe. Beflügelt von dem Niedrigzinsumfeld und einer hohen Nachfrage nach Wohnraum hat die Sparte mit einem Umsatz von 180 Millionen Euro (2014: 176 Millionen Euro) das beste Ergebnis ihres Bestehens verzeichnet. Neben den externen Faktoren arbeitete die Sparte aktiv daran, sich für künftige Herausforderungen aufzustellen. So wurden in einigen Standorten Spezialisierungen ausgebaut, moderne Ausstellungen präsentiert und große Investitionen in die Kompetenz des Personals getätigt. Weiterhin ist die sehr intensive Integration in die Einkaufskooperation hagebau, Deutschlands größter Einkaufskooperation, mit positiven Effekten auf das Geschäft behaftet. Die Raiffeisen Waren GmbH nimmt aber auch Vorreiterrollen ein. So wird im Jahr 2016 ein Online-Shop für Baustoffe realisiert – zunächst für Fachfirmen und in einem zweiten Schritt auch für Privatkunden. Mit dieser offensiven Herangehensweise an den Strukturwandel stellt das Unternehmen im Bereich der Baustoffe die Weichen für einen weiterhin erfolgreichen Weg der Sparte. 

In der Sparte Energie machte sich – noch mehr als in anderen Bereichen – der extreme Verfall des Ölpreises positiv bemerkbar. Die niedrigen Rohölpreise haben sich direkt auf die Verkaufspreise für Heizöle und Kraftstoffe ausgewirkt und in diesen Bereichen für eine deutlich gesteigerte Nachfrage gesorgt. Der Absatz der Heizöle stieg um neun Prozent an. Bei anderen Kraftsoffen wie Diesel legte der Absatz ebenfalls deutlich zu. Monetär geht der Umsatz trotz der deutlichen Absatzsteigerungen durch die niedrigen Preise zurück. 2015 lag der Umsatz bei 382 Millionen Euro (2014: 448 Millionen Euro). 

Die Sparte Märkte liegt historisch gewachsen fast ausschließlich im niedersächsischen Arbeitsgebiet. Im vergangenen Jahr wurde die bisherige Einkaufs- und Sortimentsstruktur auf den Prüfstand gestellt. Dadurch wurden Effekte erreicht, die die nachhaltige Ertragskraft der Sparte sicherstellen werden. Bereits im Umsatz des Jahres 2015 sind erste Entwicklungen spürbar. Dieser lag bei 20 Millionen Euro (2014: 19 Millionen Euro).