Düngeverordnung umsetzen: Handeln Sie jetzt

Die neue Düngeverordnung ist in aller Munde, doch was muss diesen Herbst tatsächlich schon beachtet werden: Zunächst stellen Verstöße gegen diese Regelungen eine Ordnungswidrigkeit dar und sind Cross Compliance relevant.

Sperrfristregelung:

  • Grundsätzlich darf auf Ackerland nach Ernte der Hauptfrucht bis zum 31. Januar nicht mehr gedüngt werden.
  • Auf Grünland darf ab dem 1. November bis zum 31. Januar nicht gedüngt werden.
  • Zusätzlich gilt ein Ausbringungsverbot für Kompost und Festmist vom 15. Dezember bis 15. Januar.
  • Auf ökologischen Vorrangflächen ist lediglich die Ausbringung organischer Düngemittel erlaubt.

Ausnahmeregelungen von den Sperrfristen: 

  • Wenn nach Getreidevorfrucht, Raps, Feldfutter oder Zwischenfrüchte, bis zum 15. September gesät werden.
  • Wenn nach Getreidevorfrucht zu Gerste die Aussaat bis zum 1. Oktober erfolgt.

Wenn mittels Dokumentation (siehe Anlage) nach bestehenden Vorgaben ein Düngebedarf im Herbst festgestellt wurde, dürfen bis zu 60 kg N/ha insgesamt ausgebracht werden, jedoch maximal 30 kg N in Form von Ammonium (NH4). Die Ausbringung der Düngemittel ist dann bis zum 1. Oktober zulässig.

Diese Ausnahmeregelung wird jedoch länderspezifisch weiter eingeschränkt:

Niedersachsen: 

Ist der Boden langjährig gedüngt (Gehalt P2O5 > 30 mg/100 g Boden, oder mehr als 4 % Humusanteil) ist grundsätzlich keine Düngungsmaßnahme im Herbst zulässig.

In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen sind derzeit keine weiteren Einschränkungen bekannt. 

Düngebedarfsermittlung: 

Vor einer Düngung im Herbst muss eine Düngebedarfsermittlung schlag- und kulturspezifisch erfolgen. Hierzu stellen die zuständigen Behörden der Länder Vordrucke für diesen Herbst auf der jeweiligen Internetseite bereit. Über die Ausgestaltung einer detaillierten Düngebedarfsermittlung für das Frühjahr informieren wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Dokumentation:

Die genaue Ausgestaltung einer Stoffstrombilanz ist noch nicht bekannt. Jedoch beachten Sie bitte bereits heute den gesamten N-Einsatz über organische Dünger im Jahr 2017 für die Bedarfsermittlung in 2018 zu berücksichtigen. 

Abstandsauflagen:

Beim Ausbringen von Düngemitteln am Gewässerrand ohne Grenzstreueinrichtung ist ein Abstand von 4 m (18 m Fahrgasse + 4 m = 22 m) zur Böschungsoberkante einzuhalten. Mit Grenzstreueinrichtung reduziert sich dieser Abstand auf 1 m. Innerhalb von 1 m ab der Böschungsoberkante darf kein Dünger liegen

Bei mehr als 10 % Hangneigung muss ein Abstand von 5 m zur Böschungsoberkante eingehalten werden (18 m Fahrgasse + 5 m = 23 m). In diesen Bereichen ist ein Ausbringen von Düngemitteln auf unbestellten Flächen nur bei sofortiger Einarbeitung, bei Reihenkulturen mit einem Reihenabstand < 45 cm nur bei entwickelter Untersaat, oder bei hinreichender Bestandsentwickelung oder Anwendung von Mulch oder Direktsaatverfahren zulässig. 

Unsere Hinweise gelten ohne Übernahme einer Gewähr und dienen als erste Orientierung. Es entbindet Sie nicht von Ihrer Pflicht sich betriebsspezifisch über die für Sie maßgeblichen verordnungsrechtlichen Vorgaben im Detail selbst zu informieren.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.