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Bilanz 2016: Leichte Erholung trotz schwierigen landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Raiffeisen Waren GmbH

Trotz der anhaltenden Herausforderungen und der starken Volatilität innerhalb der Agrarmärkte weist die Raiffeisen Waren GmbH eine Ergebnissteigerung aus.

Kassel. Auch wenn sich der Umsatz im Konzern der Raiffeisen Waren GmbH im Geschäftsjahr minimal auf 1,15 Milliarden Euro verringerte (Vorjahr: 1,19 Milliarden Euro), so konnte das Unternehmen mit Sitz in Kassel das Ergebnis vor Steuern auf 11,94 Millionen Euro (Vorjahr: 10,02 Millionen Euro) steigern. Dabei konnte das Eigenkapital des Konzerns auf 145,7 Millionen Euro und die entsprechende Eigenkapitalquote auf 31,9 % gesteigert werden. Auch das Jahr 2016 war geprägt von der schwierigen wirtschaftlichen Lage innerhalb des Agrarsektors, die sich direkt im Ergebnis des Hauses niederschlug. „Die Entwicklungen der uns begleitenden Märkte - besonders im Agrarhandel - haben an Volatilität deutlich zugenommen und so einen sehr starken Einfluss auf die Erfolgskennziffern unseres Unternehmen genommen“, erläutert Reinhard Stieglitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Waren GmbH. „Wieder einmal zeigt sich jedoch, dass die Diversifikation unseres Geschäftes ein wichtiger Punkt in der Unternehmensstrategie ist“, so Stieglitz weiter.

„Trotz der schwierigen Marktbedingungen und den damit einhergehenden Herausforderungen haben Maßnahmen, wie beispielsweise das bewährte und restriktive Risikomanagement, gegriffen“, ergänzt Geschäftsführer Markus Braun. Mit der Fortführung des Standortmodernisierungskonzeptes und der konsequenten Weiterverfolgung der Digitalisierungsstrategien wurde nachhaltig an der Unternehmensentwicklung gearbeitet. „Natürlich werden wir weiter am Qualifizierungsangebot für unsere Mitarbeiter arbeiten“, so Geschäftsführer Jörn Pistorius weiter.

Der bisherige Wachstumskurs wird auch im Geschäftsjahr 2017 ein wichtiger strategischer Faktor sein. Gleiches gilt für die digitalen Angebote und Lösungen des Hauses, die über alle Sparten ein wichtiger Innovationsfaktor sein werden. „So runden effiziente und digitale Logistikkonzepte die strategischen Ansätze zur Umsatz- und Ergebnissteigerung ab“, ergänzt Geschäftsführer Dr. Dirk Köckler.

Die Sparte Agrar hatte besonders in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres mit den stark volatilen Märkten und deutlichen Preisrückgängen zu kämpfen. Geringe Erfassungsmengen aus der Getreideernte 2015 trübten das Geschäft zusätzlich, so dass die Situation erst mit der Getreideernte 2016 und deutlich gesteigerten Erfassungsmengen erkennbar verbessert werden konnte. Am Jahresende handelte das Unternehmen rund 770.000 Tonnen Getreide, und damit die größte Menge in der Unternehmensgeschichte. Getrieben durch internationale Handelsströme und ein Überangebot an Düngemitteln stemmte sich die Sparte gegen den Preisverfall im Düngemittelgeschäft. Weiter musste die Sparte leicht rückläufige Pflanzenschutzumsätze hinnehmen. Diese Entwicklung entstand durch die angespannte Liquiditätssituation der Landwirtschaft und der damit einhergehenden Zurückhaltung beim Betriebsmitteleinsatz. Ein wichtiger Meilenstein für das Geschäft wurde mit der Inbetriebnahme des neuen Pflanzenschutzzentrallagers in Hillerse (Niedersachsen) geschaffen. Eine positive Entwicklung konnte das Segment Saaten verzeichnen, dessen Geschäft durch die schlussendlich guten Erntemengen und -qualitäten belebt wurde. Damit verbunden war eine weiterhin erfreuliche Entwicklung der Saatgutaufbereitungsanlage Großengottern. Geprägt von der Milchkrise war 2016 ein schwieriges Jahr für das Futtermittelgeschäft der Raiffeisen Waren GmbH. Dennoch blickt das Unternehmen positiv in die Zukunft. Die erfolgreich vollzogene VLOG-Umstellung (Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.) im Kraftfutterwerk Hamm und die damit verbundene Werks- und Logistiktrennung werden das Mischfuttergeschäft langfristig sichern.

Um die Viehvermarktung langfristig und schlagkräftig zu positionieren, bündelte die Raiffeisen Waren GmbH gemeinsam mit drei weiteren Genossenschaften das Viehvermarktungsgeschäft in der VGQ GmbH & Co. KG (Vermarktungsgesellschaft für Qualitätstiere), die zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnahm.

Die Sparte Technik litt wie die Sparte Agrar unter der Liquiditätsproblematik innerhalb der Landwirtschaft und der Zurückstellung von Ersatzbeschaffungen und Neuinvestitionen. Trotz stabilen Marktanteilen ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, auch wenn das Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft innerhalb des Planungskorridors lag. Positiv aus Sicht der Geschäftsführung stellt sich die geplante Fortführung des Modernisierungs- und Sanierungsprogramms der Werkstätten in Hessen und Niedersachsen dar. Weiter fokussierte sich die Sparte auf die Entwicklung des Bereichs Precision Farming und die Internationalisierung des Gebrauchtmaschinengeschäfts.

Wieder einmal legte die Sparte Baustoffe an Volumen und Ertragswachstum zu. Getragen von der positiven Entwicklung der Baubranche konnte die Sparte ihren Umsatz auf Vorjahressniveau halten und damit das beste Spartenergebnis überhaupt erzielen. Dennoch hatte die Sparte mit einem erhöhten Margendruck - besonders im Segment Trockenbau - zu kämpfen. Mit den erfolgreich etablierten Logistikkonzepten und der geplanten Serviceoffensive etablierte sich die Sparte weiter am Markt. Als erste Unternehmenssparte gingen die Baustoffe den Weg der Digitalisierung und entwickelten in Zusammenarbeit mit der hagebau-Gruppe den Baustoff-B2B-Webshop, der inzwischen auch für Privatkunden zugänglich ist. Der „Rund-um-die-Uhr-Service“ ist dabei das vorrangige Ziel. 

Ein guter Geschäftsverlauf zeigte sich auch in der Sparte Energie. Wie in den Vorjahren wies das Tankstellengeschäft ein sehr positives Ergebnis aus. Im klassischen Heizölgeschäft verzeichnete die Sparte einen preisbedingten Umsatzrückgang. Zur Sicherung des Geschäfts im Bereich Diesel führte die Sparte strukturierte Vertriebsaktionen durch, die die positive Geschäftsentwicklung belebten und Marktanteile ausbauten. Zusätzliche Potenziale wurden durch die Bündelung des konzernweiten Einkaufs gehoben.

Die Sparte Märkte mit ihrem Schwerpunkt im niedersächsischen Arbeitsgebiet, setzte den begonnen Konsolidierungskurs fort. Zwar bewegte sich der Umsatz auf Vorjahresniveau, jedoch wurden durch verbesserte Einkaufsstrukturen mit Kooperationspartnern sowie der Neuausrichtung der Sortimentsbereiche die Ertragsspannen verbessert.